Reload Festival - Tag 2

Vielleicht habt ihr im Programm schon das eine oder andere über das Reload Festival in Sulingen gehört. Gestern hatte ich berichtet, dass ich leider etwas zu spät auf dem Gelände eingetroffen war. 

Das sollte mir am Samstag nicht nochmal passieren. 

Red County Jail starteten noch vor relativ geringem Publikum mit einem Mix aus Rock und Bluessongs.

Die Rykers sind in der Hardcoreszene ein Begriff. Seit 1992 gibt es die Band mit mehreren längeren Pausen, wobei von der Urbesetzung nur noch Bassist Christian dabei ist. Der Auftritt hat wirklich Laune auf mehr gemacht.

Danach Kaiser Franz Josef aus dem beschaulichen Österreich, bei denen ich mich immer wieder Freue was für eine Rockpower in den Songs der Band stecken. 

Ich weiss gar nicht warum, aber the Night Flight Orchestra ging an mir völlig vorbei. Ich war aber auch mal kurz auf dem Festivalgelände unterwegs. Wahrscheinlich war das zu diesem Zeitpunkt.

Dann kamen Deez Nuts, eine australische Hardcoreband mit Rapeinflüssen. Das war jetzt ehrlich gesagt nicht so meins, zumal im bisherigen Programm schon einiges an Hard- bzw. Metalcore gespielt wurde. Daran müssen wir uns wohl gewöhnen, dass der "Old School Metal" auf Festivals momentan etwas zurückgedrängt wirde.

Und dann kamen MANTAR. Wow, was für eine Power dieses Duo aus Bremen doch immer wieder auf die Bühne bringen. Und unterhaltsam kann Sänger und Gitarrist Hanno auch sein. Wenn auch natürlich Doomgengre unterhaltsam. :-) Man darf gespannt sein auf die Tour, die im Herbst startet.

Torfrock interessierten mich dann nicht so. 

Und dann kamen noch Madball, Dragonforce , Sick of it All, Kreator und In Flames. 

Alles bekannte Acts, die ihre Sets nahezu perfekt runtergespielt haben. Bei Kreator regnete es gefühlt alle 3 Songs große Konfettistücke.

Von In Flames war ich ein wenig enttäuscht, bzw. war die Publikumsreaktion zwischen den Songs etwas verhalten, ja sogar sehr ruhig. Woran das lag? Ich weiss es nicht. Vielleicht waren es auch die Multimediatürme, die von der Seite den Blick auf Keboard und Schlagzeug etwas versperrten, oder es war einfach nur das arschkalte Wetter. Mir war trotz nach dem Zwiebelprinzip angelegter Jacke, Hemd, Hoodie und T-Shirt zum Schluss irre kalt. Aber dafür kann ja der Veranstalter nix. 

Alles in allem jedenfalls war es ein geiles Festival mit sehr guter Orga. Das Wetter hat gehalten, und die paar Schauer empfindet man als norddeutscher Festivalbesucher sowieso als Erfrischung.

Ihr dürft euch freuen auf das nächste Jahr. Auch 2019 wird das Reload Festival in Sulingen wieder stattfinden.

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Reload Festival 2018 in Sulingen

Gestern war der erste Tag vom Reload 2018 in Sulingen. Ca. 12.000 Metalfans feierten nach der Warm-Up Party am Donnerstag den ersten Festivaltag auf dem Gelände.

Leider kam ich selbst ziemlich verspätet auf dem Gelände an. Diverse Staus und Umleitungen hatten meine Anreise behindert. 

Nur ein wenig behindert wurde ich beim ansehen der Bands durch den Staub, den die feierwütige Menge im Pit aufwirbelte, die an dem Abend noch nicht gespielt hatten. Das waren Beartooth, Eskimo Callboy, Flogging Molly und Papa Roach. 

Beartooth waren mir kein Begriff, ich muss aber gestehen, dass ich in Sachen Metalcore in letzter Zeit ob der vielen Bands die wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, ein wenig den Überblick verloren habe. Die Jungs aus Ohio spielten ein überzeugendes Set.

Danach waren Eskimo Callboy an der Reihe. Und da ging mal so richtig die Luzie ab. Bei ihrer letzten Festival-Show 2018 in Deutschland zeigten die Castrop-Rauxeler, dass sie Live absolut einer der "Burner" der deutschen Metalcore Szene sind.

Als vorletzte Band des Abends betraten "Flogging Molly" die Bühne. Ich fand sie zunächst etwas zu leise abgemischt, was der Tontechniker aber während der ersten Songs recht gut in den Griff bekam. Und dass Flogging Molly in der Lage sind, einen Pit mit ihren durchgängig ins Ohr gehenden irischen Folkpunksongs zum tanzen zu bringen, bestätigten sie auch gestern wieder. Gute Laune Musik als Konzept, das funktioniert. Viele der Metalheads tanzten und klatschen mit, liessen sich zum mitgröhlen animieren oder standen einfach nur schmunzelnd am Rand.

Felte nur noch der Headliner des Abends: "Papa Roach". Ihre Musik wird dem Genre "Nu-Metal" zugeschrieben. Zu Beginn forderte eine weibliche Stimme den Pit auf, der Band Papa Roach den Mittelfinger zu zeigen. Der Vorhang fiel und die Musiker aus Kalifornien zogen eine perfekte Show , mit vielen ihrer alten Hit-Stücke ab. Ich bin immer wieder überrascht, wie amerikanische Bands diese Power auf der Bühne umsetzen. Kein Wunder dass da einiges im Mosh-Pit abgeht. 

Heute gehts weiter. Leider ist es momentan nicht ganz so trocken wie gestern, immer wieder Schauer und Wolken. Aber sind wir mal ehrlich: ich befinde mich in Norddeutschland. Wacken 2012 bin ich mal vor lauter Schlammmassen fast nicht mehr zum Infield gekommen. Da wird mir hier ein bisschen Regen doch nicht den Spaß verderben. 

 

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"Finest Garage Noise" von der Band Storage5

Als Webradiomoderator bekommt man übers Jahr gesehen viele Alben auf den Tisch. Ziel der jeweiligen Bands oder Labels die einen bemustern ist natürlich, zu überzeugen und möglichst oft in Sendungen im Radio gespielt zu werden.

Ab und zu bekommen wir auch noch echte Perlen zugeschickt. Und eine solche Perle befand sich in einem Umschlag, den ich im Herbst geöffnet habe.

12 Songs (plus 1 Intro) befinden sich auf dem Debut-Album der Bielefelder, die mich mit ihrem modernen Hardrock, einem Touch Metal und einer Prise Pop überzeugen wollten. Ehrlich gesagt klang das zunächst nicht wirklich spannend. Bis ich den Silberling im CD Player versenkte und die Playtaste drückte….

Wie ich oben bereits erwähnt habe gibt es ab und zu Songs und CDs die einen berühren, die einen genau da treffen wo es gut tut. Storage5 haben das geschafft. Bei mir funktioniert es. Es passt, und ich kann nicht mal genau beschreiben warum.

Poppig würde ich die Platte nicht beschreiben – melodisch ja. Sie haben ihren Stil gefunden, aber auch nicht wirklich neues erfunden. Storage5 machen das, was sie offensichtlich am besten können: Sie spielen guten, harten Rock mit Metaleinschlag, und das 12 Songs lang ohne jemals langweilig zu werden.

Ich kann mich nicht erinnern wann bei mir das letzte Mal ein Album so oft hintereinander im Player gelaufen ist, aber jetzt habe ich mir einen Knoten in mein Taschentuch gemacht, damit ich nicht mehr vergesse, dass es Storage5 mit „Finest Garage Noise“ waren, die mich dazu gebracht haben, die Songs immer und immer wieder abzududeln.

Ich hoffe es funktioniert auch bei euch. Wenn die vier Bielefelder nicht die Bodenhaftung verlieren oder sich trennen, können sie es weit bringen, davon bin ich überzeugt. Das Album bei Deafground ist der erste Schritt.

Gebt der Scheibe eine Chance, hört mal online rein, und wenn es euch gefällt, kauft das Teil und supportet damit die Band. Ich wünsche euch genau so viel Spaß damit, wie ich es hatte und immer noch habe. Für mich das beste Hardrock Album, das ich in 2014 gehört habe.

VÖ: 28.11.2014 (Deafground)
 

TRACKLIST

01. Intro
02. Doing Wrong
03. Selfish Like You
04. Goodbye
05. My Life To You
06. Fly High Fall Deep
07. Song For You
08. Teach Me To Stay
09. Ticket To America
10. Let Me Be Your Guest
11. Number One
12.
Buck Naked
13. Fly High Fall Deep (Orchestra Version)

 

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